Beinwell -Symphytum officinale - Boraginaceae
"Symphytum"
ist auf Dioscorides und Plinius zurückzuführen, die hiermit die medizinischen
Eigenschaften der Pflanze im 1. Jahrhundert AD beschrieben: zusammenheilen. Auch
der deutsche Name "Beinwell" oder "Wallwurz" bezieht sich auf diese
Eigenschaften (wallen: Zusammenheilen von Knochen). Im Mittelalter erwähnt
Hildegard von Bingen diese Pflanze als "Consolidae" (lat.: consolidare =
festmachen). Alle diese Namen weisen auf die Hauptwirkung der Pflanze hin:
Wundheilung und Linderung bei Knochenbrüchen. Daneben sind auch Anwendungen bei
Haematomen, Ulcera, Infektionen des Magen- Darmtraktes, Parodontose, Rheuma und
Arthritis beschrieben. Unter der Bezeichnung "Radix Symphyti" ist die Pflanze
noch heute in vielen Ländern offizinell. Im englischen Sprachraum wird die
Bezeichnung "Comfrey" verwendet. Hierunter wird Symphytum officinale
verstanden. Neben dieser offizinellen Spezies wird ebenfalls als Heilpflanze
S. perigrinum verwendet (besonders unter der Bezeichnung "Comfrey" wird
häufig S. perigrinum verstanden). Nach genaueren Untersuchungen ist S.
perigrinum eine Kreuzung mehrerer Sorten. Daneben sind noch "Russian Comfrey"
(= Hybrid S. x uplandicum), "Prickley Comfrey" (= S. asperum
Lepechin) und "Tuberous Comfrey" (S. tuberosum L.) im Handel. Als
Hauptwirkstoff wird Allantoin angesehen. Hierneben werden Polysaccharide und
phenolische Komponenten (wie Rosmarin- und Chlorogensäure) als an der
Wirksamkeit mitbeteiligt angesehen. Daneben wurden auch Untersuchungen zur
Toxizität von Symphytum vorgenommen: durch Verfütterung von
Comfreywurzeln an Ratten konnten Hirono und Mitarbeiter Lebertoxizität
hervorrufen. Diese wurde mit den in der Pflanze enthaltenen
Pyrrolizidinalkaloiden in Zusammenhang gebracht, was dann durch einen weiteren
Versuch mit aus der Pflanze isoliertem Symphytin bestätigt wurde.
Zwischenzeitlich wurden mehrere Pyrrolizidinalkaloide aus verschiedenen
Symphytum-Spezies isoliert und in ihrer Struktur geklärt.

Strukturen der Pyrrolizidinalkaloide, die in Symphytum-Spezies
vorkommen können:

Literatur:
13C-NMR-Daten der stereoisomeren Alkaloide aus Symphytum officinale L.
Arch. Pharm. (Weinheim) 315, 87 (1982)
Lebertoxische Pyrrolizidinalkaloide in Symphytum-Praeparaten Dtsch. Apoth.
Ztg. 122, 851 (1982)
Zur Isolierung, Strukturaufklärung und Analytik der Pyrrolizidinalkaloide aus
Senecio ovirensis, ssp. Gaudinii Gremli, Senecio inaequidens DC
und Symphytum officinale L., Dissertation Peter Stengl, Bonn,1982
Die 13C-NMR-Daten des Pyrrolizidinalkaloids Echimidin Arch. Pharm. (Weinheim)
318, 476 (1985)
Isolierung, Strukturaufklärung und GC-Analytik der Pyrrolizidin-alkaloide
sowie toxikologische Aspekte von Symphytum officinale L., Symphytum
asperum Lep und Symphytum x uplandicum Nyman, Dissertation Viktor
Neuberger, Bonn 1990
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